Hochstapler, Trunkenbolde, Schnüffler 

- VERRÜCKTE SCHMETTERLINGE

Eine Fotoausstellung von Ingo Arndt

Ab 01.05.2019 bis 03.11.2019


Schmetterlinge gehören mit ihrer zerbrechlichen Schönheit zu den großen Sympathieträgern im Tierreich. Aber wer weiß schon, dass es unter ihnen auch „Dauerläufer“, „Trunkenbolde“, „Hochstapler“, „Taucher“ und sogar „sprechende“ Vertreter gibt. Und das direkt vor unserer Haustür!
Mit spektakulären Fotografien zeigt Ingo Arndt Ungesehenes, Spannendes und "Verrücktes" aus der Welt dieser überaus formenreichen Insektenordnung.

Die Schmetterlinge bilden mit knapp 160.000 beschriebenen Arten, nach den Käfern, die artenreichste Insektenordnung. Sie gehören mit ihrer zerbrechlichen Schönheit zu den großen Sympathieträgern im Tierreich. In der Fülle der Arten gibt es viele, die uns verblüffen und staunen lassen. Sie überraschen mit „verrücktem“ Aussehen oder Verhalten.

Da ist zum Beispiel der Hornissen-Glasflügler oder auch  Bienen-Glasflügler genannt (wissenschaftlicher Name Sesia apiformis).  Der gibt als „Hochstapler“ vor,  Hornisse zu sein. Mit gelb-schwarzem  Warnmuster und perfekt nachgeahmtem Aussehen profitiert er von der Schreckwirkung. Stechen kann der harmlose Schmetterling nicht. Der „Hochstapler“ ist das Titelmotiv der Ausstellung. Der Hornissen-Glasflügler kommt in Deutschland häufig vor und lebt nahe an Gewässern.

Der südamerikanische Bananenfalter (Caligo memnon) liebt überreife und vergorene Bananen. Nach einem solchen „Bananen-Shake“ ist der „Trunkenbold“ vom Alkohol benebelt, torkelt und ist nicht mehr flugtüchtig.

Im Süden Europas kommt das Große Nachtpfauenauge oder Wiener Nachtpfauenauge vor (Saturnia pyri). Mit 15 Zentimetern Flügelspannweite ist dieser Nachtfalter nicht nur der größte europäische Schmetterling, sondern die Männchen sind auch „Super-Schnüffler“. Sie können Weibchen im Umkreis von bis zu fünf Kilometern riechen und orten.

Weiterhin zeigt die Ausstellung „Dauerläufer“, „Taucher“ und „Höhenrekordler“ unter den Schmetterlingen und viele mehr. Vorgestellt wird der „Größte“ ebenso wie der „Kleinste“. Die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung erfahren die Tricks und Kniffe wie Schmetterlinge Feinde überlisten und wie sie frostfrei den Winter überstehen. Insgesamt umfasst die Ausstellung 43 großformatige Fotografien. Um sie aufzunehmen, verbrachte Ingo Arndt zusammen mit seiner Frau Silke Arndt Monate in den unterschiedlichsten Ländern und auf mehreren Kontinenten. Viele Bilder der Ausstellung entstanden aber auch direkt vor der eigenen Haustür. Hinter jedem Foto steckt eine spannende Geschichte.

Die Texte wurden vom Autoren Claus-Peter Lieckfeld verfasst.  Die Ausstellung ist zweisprachig in Deutsch und Englisch.  

Mit seinen Bildern möchte Ingo Arndt beim Betrachter Emotionen wecken, ihm den Reichtum der Natur vor Augen führen und dadurch für den Naturschutz werben. In den letzten 30 Jahren ist die Zahl der Schmetterlinge in vielen Lebensräumen in ihrer Zahl stark zurückgegangen oder sie sind bereits komplett verschwunden. Es gilt, dies zu erkennen und entgegen zu steuern.

Flankierend zur Bilderschau zeigt das Museum für Natur und Umwelt mehrere Sammlungskästen, mit Schmetterlingen aus der Region. Die umfangreiche wissenschaftliche Insekten-Sammlung im Hause dokumentiert die Artenfülle und umfasst auch historische Teilsammlungen. Damit sind die Lübecker Sammlungen insgesamt wichtiger Teil der globalen Forschungsstruktur. Sie sind wertvoll z.B. bei Fragestellungen nach Veränderungen von Fauna und Flora und werden von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen eingesehen. 

Ein Highlight der Ausstellung sind neben Arndts Bildern die lebenden bunten Distelfalter, deren Entwicklung  - das Raupenstadium, die Verpuppung und mit etwas Glück der Schlupf - in der Ausstellung beobachtet werden kann.


Zu INGO ARNDT


Ingo Arndt ist ein international renommierter Natur- und Tierfotograf. Mehr




Eindrücke der Fotoausstellung


Hochstapler, Trunkenbolde, Schnüffler - hier

Die nächsten Termine der Ausstellung

SO | 16.06.2019 | 10:00 - 17:00 Uhr
Sonstiges
Aktionstage "Artenvielfalt erleben" 2019 / ÖKO – und Vielfaltsmarkt
14.6.-16.6.2019
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Biotope schaffen und verbinden

Vom 14. bis zum 16. Juni 2019 veranstalten das Museum für Natur und Umwelt und der städtische Bereich Umwelt-, Natur- und Verbraucherschutz zusammen mit vielen ehrenamtlichen Partnern und Vereinen die Aktionstage „Artenvielfalt erleben“ zum 9. Mal.
Über 60 Erlebnisangebote locken Groß und Klein zu Highlights von Lübecks Stadtnatur -  ans Wasser, in Wald und Flur, in Gärten und auf Obstwiesen. Vielfältige Veranstaltungsangebote laden zum Entdecken und Staunen, aber auch zum Gestalten ein: Das diesjährige Motto „Biotope schaffen und verbinden“ möchte Einheimische und Gäste der Hansestadt inspirieren: Das Netzwerk der Lübecker Akteure freut sich, Anregungen und Impulse für eigene Aktionen und Maßnahmen zu geben, um die Vielfalt der Tier- und Pflanzenlebensgemeinschaften in den unterschiedlichen Biotopen der Stadt zu fördern. In diesem Jahr ist erstmals „Waldbaden“ im Programm. Das neue Erlebnisangebot, bei dem es darum geht, tief in die Stille des Waldes einzutauchen, hat seinen Ursprung in Japan.

In  Nachbarschafts-, Garten- und Schulprojekten der „Essbaren Stadt Lübeck“ gemeinsam werken und gestalten ist der Schwerpunkt der Veranstaltungen am Freitag, den 14.6., bevor das Museum für Natur und Umwelt um 18 Uhr zu einem Vortrag mit dem Thema „Ökolandbau und Biodiversität – da geht mehr“ einlädt. 

Am Samstag, den 15.6. öffnet der Verein Hanse-Obst e.V. ab 14 Uhr die Pforten des „Interkulturellen Treffs“ am Moislinger Baum. Paddeln im einmaligen Naturparadies auf der Trave, Aktionen mit den Pfadfindern, stündlich wechselnde Führungen über Kräuter, Bienen, Schafe und Obstbaumpflege stehen auf dem Programm für Groß und Klein.
In der Innenstadt veranstaltet das Haus der Kulturen einen „Markt der Möglichkeiten“ mit anschließendem Besuch im Naschgarten, und in Schlutup locken Naturschätze an den Schwarzmühlensee. In Bliestorf sind „Blühende Landschaften“ ein besonderes Erlebnis, und im Klützer Winkel kann man mit Aquaskopen die Unterwasserwelt der Ostsee erforschen.

Am Sonntag, den 16.6. findet von 11 bis 17 Uhr der beliebte „Öko- und Vielfaltsmarkt“ im Domhof beim Museum für Natur und Umwelt statt. Der Besuch ist wie immer kostenfrei. Bekannte und neue städtische und interkulturelle Akteure, lokale Initiativen und Vereine präsentieren anschaulich ihre Aktivitäten für ein lebenswertes Lübeck. Dieses Jahr steht Afrika besonders im Fokus – mit handwerklich gefertigten Erzeugnissen, Kinderspiel und exotischen Kostproben zum Naschen.
Eine Heilpflanzenschule stellt sich vor und die Akteure des „Flechtwerks“ zaubern Frühjahrs-Smoothies und leckere Happen aus heimischen Zutaten. Viel Neues zum Staunen und zum Ausprobieren ist zu finden. Lassen Sie sich überraschen! Das Walbaum- Café, betrieben von der Vorwerker  Diakonie, bietet Stärkungen und Erfrischungen in entspannter Atmosphäre.

Das komplette Programm mit der Übersicht über alle Veranstaltungsorte, Termine und Angebote hier. 

Eintritt variiert je nach Veranstaltung (mehr ab Frühjahr 2019)