Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben ihre Türen für Sie geöffnet! Ihnen, liebe Besucher:innen, die sichere Teilhabe an den kulturellen Schätzen der Stadt Lübeck in unseren Museen zu ermöglichen, ist uns ein wichtiges Anliegen. 

Der Besuch unserer Museen und Ausstellungen ist nur für nachweislich getestete, geimpfte oder genesene Personen möglich. Selbsttests dürfen wir nicht anerkennen. Ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder unter 7 Jahren sowie minderjährige Schülerinnen und Schüler, die nachweislich regulär zweimal pro Woche in der Schule getestet werden.

Besucher:innen die das 16. Lebensjahr vollendet haben, bitten wir ihre Identität mittels eines gültigen amtlichen Lichtbildausweises nachzuweisen.

Die Pflicht zur Kontaktdatenerfassung, sowie zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung entfällt.

Wir empfehlen Ihnen, zu anderen Besucher:innenn und Museumsmitarbeiter:innen weiterhin einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Eine Verpflichtung dazu gibt es aber nicht mehr.

Bitte befolgen Sie weiterhin die bekannten, vor Ort nochmals ausgeschilderten Hygienevorschriften.

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2016 - Sensationelle Entdeckung einer Robbe

Nachdem der Grubenbetreiber im Vorjahr den hinteren Grubenbereich von eiszeitlichen Deckschichten befreit hatte, konnte Uwe Havekost Anfang 2016 bei leichtem Schneeregen und unwirtlichen Temperaturen einige kleine Knochenreste auf diesem Feld von der Oberfläche auflesen.  Diese waren irgendwie sonderbar geformt, zeigten oberflächliche Löcher im Knochen und passten nicht so richtig zu einem Wal.

Elektrisiert von dem Fund begann Havekost trotz Schneeregen an der Fundstelle ein wenig zu graben. Kurze Zeit später hielt er Stücke von Rippen in den Händen und er erkannte Fingerknochen. Ein im Ton steckender Wirbelknochen wirkte seltsam axial verschoben. Als dann ein wunderbar erhaltener Fangzahn (Caninus) auftauchte, war es eindeutig: hier liegen Überreste einer Robbe! 

Im Rahmen der Grabung konnte im Laufe des Jahres 2016 ein gut erhaltenes Teilskelett einer Robbe geborgen werden, darunter auch einige Zähne (Fangzähne, Schneidezähne und Backenzähne).

Die Bergung war sehr aufwändig, da die Knochen in mehreren Schichten im Ton lagen: Durchgewitterte Bereiche, anstehendes Material, sowie aufgeweichter Ton mit der Konsistenz von Knete. Nach der Suche im anstehenden Meeresboden mit Spachtel und Kittmesser musste der Abraum über einem Sieb aufgelöst werden ("Schlämmen"), um die kleineren Knochenstücke zu erhalten. Eine wahre Schlammschlacht, jedoch hat sich die Mühe gelohnt: unter anderem konnten zwei Backenzähne aus dem Sieb ausgelesen werden. 

Umfangreichere Überreste einer Robbe sind sehr selten, denn kleinere Tiere zerfallen nach ihrem Tod sehr schnell und ihre Knochenteile werden weit verstreut. Im Falle dieses Fundes lässt sich daher schon heute von einer wissenschaftlichen Sensation sprechen. Mindestens in Nordwesteuropa ist er sicherlich das vollständigste Exemplar einer Robbe aus dem Miozän. Ob auch hier abermals eine neue Art beschrieben werden kann?

Die wissenschaftliche Bearbeitung steht noch aus. Der Fund ist in der Ausstellung "LAND KÜSTE MEER -Einblicke in die Schatzkammern des Nordens" des Museums für Natur und Umwelt, Lübeck zu sehen.

 
 
 
 
 
 

Fangzahn (canin) der Robbe

Knochen der Robbe in Fundsituation - Große Freude, dass es weitergeht!

Arbeiten mit feinem Besteck - Spachtel und Kittmesser

Der Abraum wird über einem Sieb geschlämmt - Kleine Knochen bleiben hängen!

 
 

Präsentation des Robbenfundes in der Tongrube

Detailaufnahme Robbenskelett

Der ewige Kampf mit dem Abraum!

Auch Beten hilft nicht - die Knochen wollen einfach nicht herauskommen!