Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben ihre Türen für Sie geöffnet! Ihnen, liebe Besucher:innen, die sichere Teilhabe an den kulturellen Schätzen der Stadt Lübeck in unseren Museen zu ermöglichen, ist uns ein wichtiges Anliegen. 

Zu Ihrer eigenen Sicherheit erfolgt deshalb eine Kontaktdatenerfassung an der Museumskasse vor Ort. Dafür nutzen wir die Luca-App. Ihre Kontaktdaten können Sie direkt in die App hochladen, oder Sie füllen einfach händisch unseren Kontaktbogen an der Museumskasse aus. 

HIer finden Sie alle weiteren für Ihren Besuch notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbedingungen.

schliessen
  • rrem_soft

Grabung unter dem Rasternetz - ein neuer Bartenwal!

Erneut konnte der Überrest eines zu Lebzeiten wohl fünf Meter langen Bartenwals in Groß Pampau lokalisiert werden.

Im Frühjahr 2019 begann die horizontierte Beprobung des Glimmertons durch die italienische Doktorandin Daria Carobene. Mit tatkräftiger Unterstützung von Max Vodel wurde der ungestörte und bergfrische Glimmerton stufenweise von oben nach unten entnommen, um den Ton später im Labor auf die enthaltene Fauna zu untersuchen.

In der Jahresmitte arbeitete der Bagger im näheren Umfeld der Beprobung an der Vertiefung und Verbreiterung des Abbauloches. Auf dem Boden im Abraum vor einer senkrechten Wand entdeckte Andreas Malchow einen Knochensplitter, der nur von einem Walknochen stammen konnte.

Nachdem dort unten weitere kleine Splitter auftauchten, stieg die Anspannung: Wurde hier ein weiteres Walskelett getroffen? Eine Stelle in der senkrechten Wand, die wohl der Ursprung dieser Knochensplitter war, musste untersucht werden. Leider in vier Meter Höhe! Etwas Akrobatik und Kletterkunst erbrachte schnell Klarheit: Dort oben steckten mehrere Knochen in der Wand :)

Die Nähe zur Beprobung erwies sich als Glücksfall, da dieser Fund direkt in die Horizonte der Beprobung eingemessen werden konnte. Im Rahmen der folgenden systematischen Grabung wurden diverse Knochen dieses Tieres geborgen, darunter Teile von Ober- und Unterkiefer, Hirnschädelfragmente, diverse Rippen, Wirbel aus der Brust- und Halswirbelsäule, ein Fingerknochen, sowie eine Bulla (Gehörknochen eines Wales). Der Hauptteil des Hirnschädels fehlt bisher, ebenso wie ein Großteil der Wirbel aus dem Lenden- und Schwanzbereich, sowie die Armskelette.

Aufgrund der Fundumstände kann momentan sehr vorsichtig angenommen werden, dass dieser Wal nach seinem Tod lange auf der Wasseroberfläche trieb und dort bereits partiell zerfallen ist. Der Erhaltungszustand dieses Tieres muss leider als nicht optimal beschrieben werden: Knochenrinde ist zwar größtenteils erhalten, jedoch sind die Knochen vielfach zerbrochen und zerrissen. Die Präparation dauert noch an.

Frau Carobene wird die Fauna im Umfeld der Knochen wissenschaftlich auswerten. Wir erhoffen uns spannende neue Erkenntnisse!

Daria Carobene richtet das Rasternetz ein.

Ausgrabung im Sommer - Nur mit Zelt möglich. Die dunkle Tonerde zieht die Wärme an :) Nicht im Bild: Die nervigen Bremsen!

Rippenstücke dieses Bartenwals in der Wand. Die Bergung kann nur gelingen, wenn ein Tonblock mit Rippen herausgenommen wird. Die wirkliche Arbeit fängt nun an :)

Einige Knochen dieses Bartenwals auf dem Ausgrabungsbereich. Arrangiert für einen Pressetermin.