Exkursionen
Der FNU veranstaltet Busexkursionen, bei denen wir Natur und Kultur, Museumsbesuch und Wanderung verbinden.
Auch eine schöne Kirche und andere sehenswerte Gebäude am Weg lassen wir nicht aus. Wissenswertes über die besuchte Region wird kompetent vermittelt, häufig durch ortsansässige Fremdenführer.
Die Busexkursionen sind öffentlich, Mitglieder des FNU können sich eine Woche vor dem offiziellen Termin anmelden und genießen Vergünstigungen beim Teilnehmerbeitrag. Die Anmeldungen zu den Exkursionen werden vom Museum für Natur und Umwelt entgegen genommen.
Alle Informationen über aktuelle Veranstaltungen erhalten Sie unter FNU-Termine.
An dieser Stelle befinden sich die Berichte über die letzten zwei Exkursionen. Berichte über zurückliegende Exkursionen finden Sie unter dem Menüpunkt Archiv - Exkursionen.
Samstag, 03. September 2011
Busexkursion zum Steinzeitpark Albersdorf und in das Tal der Gieselau
Nach einer verregneten Woche überraschte uns der 3. September mit angenehmem Wetter, sogar die Sonne schien zeitweise. Unsere beiden Organisatorinnen Dorothea Eckloff und Barbara Klitzing haben anscheinend einen guten Draht zum Wettergott, sie können eben gut organisieren!
Die Busfahrt quer durch Schleswig-Holstein nach Dithmarschen war für Nichtautobesitzer wie mich wieder interessant. Wir leben doch in einer abwechslungsreichen Landschaft.
Im „Steinzeitdorf“ des AÖZA, Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf,
wurden wir von zwei Herren in phantasievoller Ausstaffierung empfangen (sie gaben zu, dass ihr Outfit nicht dem der Steinzeit entsprechen würde). Das Dorf ist nur ein Teil einer 40 ha großen Fläche, die sich zu einer neolithischen Kulturlandschaft entwickeln soll. Ein Unternehmen, das viele Jahre in Anspruch nehmen wird, denn es reicht nicht, alte Haustierrassen anzusiedeln, auch die Botanik muss sich entsprechend verändern, wie es vor ca. 5000 Jahren hier ausgesehen hat (haben könnte).
Unsere Gruppe wurde geteilt: eine machte zuerst einen Spaziergang zum Hünengrab (Großsteingrab Brutkamp) und die andere Gruppe blieb zunächst im „Dorf“.
Als erstes fallen im Dorf die verschiedenen Hauskonstruktionen auf, die in Zusammenarbeit mit der Kieler Universität erstellt wurden. Wir bekamen eine Führung durch ein fertig gestelltes Langhaus mit seinem Interieur. Es gibt bewiesene Fakten (und Objekte) aber auch der Phantasie wurde teilweise freie Entfaltung gestattet. Ob Hauswände wirklich auf diese Art verziert waren, ist eine Frage. Naja, man macht ja auch ein pädagogisches Angebot und darum sollen die Kinder ihre Freude haben. Es gibt viele praktische Angebote, aber wir begnügten uns mit den Erklärungen die zu den Kopien gefundener Objekte gegeben wurden. Interessant waren z.B. die verschiedenen Arten Feuer zu machen. Herr Dr. Eckloff war ganz perfekt darin, mit dem „Drehholz“ Funken entstehen zu lassen.
Richtig in situ sind nur die Grabanlagen in der Gegend. Wir sahen „Langbetten“ und einen schönen bronzezeitlichen Grabhügel, auf den allerdings ein Aussichtsturm gebaut worden war.
Ein leckeres Picknick in einem der „Steinzeithäuser“ beschloss unseren Besuch in diesem speziellen Dorf. Ich muss noch einmal betonen, dass Frau Eckloff und Frau Klitzing sich wie liebevolle Muttis um unser Wohl gekümmert haben.
Die anschließende Wanderung durch das Gieselautal war anstrengend und erholsam zugleich. Anstrengend, weil die Pfade teils sehr zugewachsen waren. Das Gieselautal ist etwa 30m tief eingeschnitten in eine Endmoräne der Dithmarscher Hohen Geest, die in der vorletzten Kaltzeit (Saale-Eiszeit) geformt wurde. Die Gieselau ist ein (renaturierter) Bach, der sich wieder zu seinem ursprünglich mäandrierenden Lauf entwickeln konnte. An seinen Kurven sieht man sehr schön den Unterschied von Prallhang und Gleitufer. Auch an müde Füße ist auf dem Wanderweg gedacht worden: an machen Stellen waren im sandigen Bachbett Kneippmöglichkeiten gegeben. Erfreulicherweise wurden wir nicht von Mücken geplagt! Übrigens hatte ich nicht soviel Wald in Dithmarschen erwartet.
Das Abendessen in einem Gasthof in Albersdorf klappte problemlos und die Heimfahrt auch.
Ich freue mich immer auf diese Ausflüge mit dem Verein und bin sehr dankbar, dass ich daran erinnert werde, wenn ich die Anmeldung verschwitzt habe. Danke.
Hanna-Maria Schuldt
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Großsteingrab Brutkamp (oben links)
Picknick im Steinzeitdorf (oben rechts)
Spannendes am Wegesrand (links) |
Samstag, 04. Juni. 2011
Busexkursion zum Müritzeum und zum Nebeltal
Am Samstag, dem 4. Juni, war es wieder soweit: bei strahlendem Morgen stiegen 46 Teilnehmer vor dem Museum für Natur und Umwelt in den Bus, um nach Mecklenburg aufzubrechen. Frau Eckloff begrüßte die Gruppe und versprach einen abwechslungsreichen Tag. Bereits auf der Fahrt durch die hügelige Moränenlandschaft faszinierten uns
impressionistisch anmutende rot-blau getupfte Felder mit Klatschmohn und Kornblumen. Im deutlichen Unterschied zur holsteinischen Knicklandschaft ist Mecklenburg durch weitläufige Feldfluren mit eingestreutenFeldgehölzen und schnurgeraden Alleen gekennzeichnet.
Im Müritzeum, dem NaturErlebnisZentrum in Waren (Müritz), begrüßten uns die Leiterin Dr. Renate Seemann und ihr Mann, die uns ausgewählte Schwerpunkte des Hauses vorführten: die historische Sammlung und die Sammlungsgeschichte im alten Museum sowie die regionale Frühgeschichte und die Vogelwelt im neuen Müritzeum. Die neue Erlebnisausstellung über die Ökologie des Waldes sowie die großen Aquarien mit der artenreichen Fischfauna der Müritz entdeckten wir auf individuellen Pirschgängen. Für alle wird der Besuch dieses interessanten Hauses, zu dem die FNU-Mitglieder zudem auch noch freien Eintritt genossen,
in guter Erinnerung bleiben.
Es folgte die Stärkung bei einem ausgiebigen Mittagessen im Restaurant „Alt-Waren“. Danach bestiegen wir wieder den Bus und fuhren nach Kuchelmiß, einem kleinen Örtchen nördlich des Krakower Sees, wo die geheimnisvoll angekündigte Wanderung in ein“ Nebeltal“ starten sollte. Es war das Tal der Nebel, eines kleinen Flüsschens, das von Süden aus dem Krakower See kommend hier eine nördliche Endmoräne durchbricht und dann in nordwestlicher Richtung mit der Warnow in die Ostsee fließt. Wir hörten von Frau Eckloff die Geschichte des alten Schlosses von Kuchelmiß, von dem nur noch drei kleine künstliche Ruinenreste und ein großer
Schlossteich sowie ein alter Turmhügel Zeugnis ablegen.
Die Wanderung führte um den Teich vorbei an alten Eichenruinen durch einen kühlen Buchenwald bis ins Durchbruchtal. Hier
empfingen uns die bewaldeten Steilhänge und das wildromantische Rauschen des Flusses. Herr Eckloff erläuterte die Entstehung der Landschaft durch den letzten Eisvorstoß (Pommersche Eisrandlage) und die Besonderheiten, die hier unmittelbar zu beobachten waren. Auf einem Rundweg erlebten wir viele kleine Naturwunder – so die Krustenalge Hildenbrandia rivularis, die das Geröll des Flussbettes flächendeckend rot färbte.
Vielen von uns werden die markanten Bäume und Baumruinen,tanzende Waldameisen sowie die „Verlobungsinsel“ im glitzernden Flussbett in Erinnerung bleiben. Den Abschluss bildete ein ausgiebiges Picknick auf der Schlosswiese. Die Rückfahrt verlief kurzweilig – beim Gesang einiger Volkslieder zur Minigitarre von Herrn Eckloff und bei anregenden Gesprächen waren die drei Stunden schnell vergangen.
Ein schöner Tag ging zu Ende und so mancher verabschiedete sich hoffnungsvoll „bis zum nächsten Mal“.
Wolfram Eckloff
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Auf dem Weg ins Müritzeum (oben links)
Der alte Eichbaum "sah" noch das Schloss von Kuchelmiß (oben rechts)
An der Nebel (links) |














