Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) im Museum

Was ist das FÖJ?

 

Das Freiwillige Ökologische Jahr ist ein Bildungsjahr. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich durch praktische Arbeit im Natur- und Umweltschutz zu engagieren und zu orientieren. Bewerben kann sich jede(r), der die Vollzeitschulpflicht erfüllt und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

 

Seit 1998 beschäftigt der Förderverein des Museums für Natur und Umwelt jedes Jahr eine(n) FÖJler(in).

 

Die FÖJler(innen) sind im Museum in folgenden Bereichen aktiv:

  • Führungen für Schulklassen und Kindergartengruppen
  • Kindergeburtstage
  • wöchentliche Kinderkurse „Der Natur auf der Spur"
  • Ferienprogramme
  • Museumsnacht
  • Internationaler Museumstag
  • Pflege des Immengartens und der Immenwiese.
  • Wer möchte, kann ein eigenes Projekt erarbeiten und durchführen.

 

Bei mehreren Seminaren treffen sich Aktive aus ganz Schleswig-Holstein zum Erfahrungsaustausch.

 

Bewerbung:

Interessierte Jugendliche bewerben sich bei der zentralen FÖJ-Betreuungsstelle für Schleswig-Holstein, Nordelbisches Jugenpfarramt, Plön.

Das FÖJ beginnt immer am 01. August. Bewerbungsschluss ist im Februar.

Alle Informationen gibt es unter http://oeko-jahr.de/ .

 

 

Mein FÖJ im Museum für Natur und Umwelt 2014/2015

 

 

Die letzten paar Wochen des FÖJs haben begonnen und das heißt für mich, ich muss meinen Abschlussbericht schreiben. Ich habe es mal wieder bis zum letzten Moment hinausgezögert, aber nicht, weil ich zu faul war, sondern weil mir die Motivation fehlte. Denn wenn dieser Abschlussbericht fertig geschrieben und abgeschickt ist, bedeutet das, dass ich Lübeck verlassen muss.

So richtig bewusst geworden ist mir das Ende des FÖJs erst, als ich die ersten Unibewerbungen abgeschickt habe. Ich plane etwas Neues, obwohl ich noch nicht weiß, ob ich bereit bin, diesem unglaublichen Jahr den Rücken zu kehren und nach vorne zu blicken. Auch kommt es mir nicht so vor, als wäre ein Jahr vergangen, die letzten Monate sind nur so an mir vorbei gerauscht. Natürlich bin ich auch gespannt, wie es für mich weiter geht.

Während ich diesen Bericht schreibe, packe ich immer mal wieder ein paar Sachen in Kartons. Das Zimmer ist schon wieder strahlend weiß gestrichen und meine WG ist auch schon gespannt auf meinen Nachmieter.

Ein Jahr habe ich in dieser WG verbracht, und ich weiß noch genau, wie sehr ich mich gefreut habe, dass ich dort einziehen konnte. Eine kleine und meist dreckige 4-er WG, die im Herzen Lübecks liegt. Zehn Minuten brauchte ich zu Fuß zur Arbeit. Aber am wichtigsten waren meine Mitbewohner, mehr Glück hätte ich nicht haben können. Es war einfach die beste erste WG, die ich hätte haben können, was mir von vielen Freunden auch immer wieder bestätigt wurde.

 

Der erste Arbeitstag hätte, glaub ich, nicht verwirrender sein können. Da der FÖJ-Beginn genau in die Urlaubszeit fällt, waren nur ich und eine Mitarbeiterin in der Verwaltung. Ich war natürlich sehr gespannt, was ich an meinem ersten Tag machen darf. Dann wurde mir eröffnet, dass ein Programm am Brodtener Ufer stattfinde, bei dem Kinder Fossilien, Tiere und Pflanzen am Strand suchen, und ich dieses unterstützen solle. Dorthin sollte ich mit dem Bus fahren. Das hatte mich dann völlig aus dem Konzept geworfen. Dennoch habe ich es irgendwie geschafft, zum Treffpunkt der Strandführung zu kommen.

Rückblickend hätte ich mir nichts Anderes als ersten Arbeitstag gewünscht, da das Programm mir gezeigt hat, wie vielseitig ein Museum sein kann. Ich war einfach erstaunt, mit welcher Begeisterung die Kinder gesucht haben und wie viele nicht nach Hause wollten, als das Programm zu Ende war.

 

Die erste Zeit im Museum war leider nicht so spannend wie mein erster Tag. Ich habe viel gelesen und bin bei einigen Führungen mitgelaufen. Aber dann kam mein erstes Highlight. Die Sonderausstellung „Wie Menschen Affen sehen“ verließ uns. Es war total interessant, wenn auch anstrengend, beim Abbau zu helfen. Ich war einfach komplett eingebunden und war eine Woche nur in der Ausstellung zugange.

 

Mit dem ersten Seminar kam bei mir wieder die Aufregung. Ich befürchtete die ganze Zeit, dass es unter 130 FÖJlern niemanden geben würde, mit dem ich mich verstehe. Dieser Zweifel bestätigte sich natürlich nicht. Schon am Bahnhof in Plön machte ich die ersten Bekanntschaften und auf dem Koppelsberg hatte ich sofort Leute gefunden, die lustigerweise alle in meiner Seminargruppe waren. Das Seminar war einfach perfekt, um die anderen FÖJler kennenzulernen. Wir hatten viel Zeit in der Seminargruppe, aber konnten uns in den Workshops auch mit anderen austauschen. Leider ging das Seminar viel zu schnell vorbei. Und ich kehrte in meinen Alltag zurück.

 

Gleich den Samstag, als ich vom Seminar wiederkam, war hier in Lübeck Museumsnacht. Das heißt, von 18 – 24 Uhr sind alle Museen geöffnet. Natürlich war ich dabei und habe beim Kinderprogramm geholfen.

Mit der Zeit habe ich immer wieder Teile eines Kinderprogramms übernommen und später auch selber Programme geführt. Dabei wurde ich beinahe ins kalte Wasser geworfen, da eine Pädagogin krank geworden war und ich sie spontan ersetzten musste. Das war aber nicht so schlimm, wie es sich anhört. Es hat mir sogar Spaß gemacht, den Kindern etwas zu vermitteln.

 

Das 2. und 3. Seminar haben mir besonders gut gefallen, denn mit der Zeit hat man sich noch viel besser mit den anderen verstanden, was dazu geführt hat, dass ich mich auch immer wieder privat mit einigen getroffen habe.

Beim Seminar in Büchen haben die Vorbereiter die Messlatte sehr hoch gelegt. Das Seminar war perfekt durchgeplant. Es wurden viele Themen angesprochen, die einigen das erste Mal viele verschiedene Probleme aufgezeigt haben. Obwohl wir alle zusammen sehr viel Spaß hatten, stand allen die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben. Wie sollten wir allein das ändern, was uns so sehr stört.

Das „Wie?“ wurde dann auf dem 3. Seminar beantwortet. Das Thema „Konsum und Lebensstile“ wurde sehr praktisch behandelt und man konnte einiges sehr gut auf sein eigenes Leben anwenden. Rückblickend hat mich dieses Seminar stark beeinflusst und mich zu einem bewussteren Konsum geführt.

 

Im Januar bin ich für ein paar Tage mit der ejl und der aej nach Berlin auf die Grüne Woche gefahren. Um mich darauf vorzubereiten, sind ein paar FÖJler vorher nach Hannover gefahren, wo wir den Stand geplant und uns mit Vertretern der evangelischen Jugend anderer Bundesländer ausgetauscht haben.

Und dann endlich ging es mit ca. 30 FÖJlern aus Schleswig-Holstein nach Berlin. Wir hatten ein straffes Programm. Wir waren zu Besuch bei Brot für die Welt und waren bei der Demo „Wir haben es satt“ dabei. Natürlich waren wir auch auf der Grünen Woche und das nicht nur, um uns die Stände anzusehen. Wir haben uns an vielen Ständen intensiv mit den Betreibern ausgetauscht. Vor allem in der Biohalle hatten wir viele schöne Gespräche und wurden mit Begeisterung über alles informiert, was wir wissen wollten. Natürlich haben wir auch die schlechten Seiten dieser Messe gesehen und uns mit einigen Tierbesitzern gestritten. Wir waren aber mehr geschockt, wie viele Menschen sich an der Tierhalle erfreut haben. Auch wenn die Tiere erschöpft auf dem Boden lagen, wurden sie noch angeschrien, dass sie doch etwas machen sollten.

Ein paar von uns haben auch auf der Messe gearbeitet und den Stand der ejl betreut. Ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend ein Tag auf der Messe sein kann. Wir standen von 8 – 18 Uhr an unserem Stand und haben uns mit Leuten unterhalten. Nach dem Tag konnte man mit uns nichts mehr anfangen, wir waren nur noch müde und nicht mehr in der Lage, irgendwas anderes zu tun.

Dennoch hat mir die Woche total viel Spaß gemacht, weil man mal aus seinem Alltag raus kam und etwas Neues erlebt hat.

 

Im Frühjahr ging es dann im Museum richtig los.

In Lübeck wurde eine Bildungseinrichtung aufgelöst und dort gab es  viele kaum genutzte Büromöbel, die nicht mehr gebraucht wurden. Da mein Büro eh eine Renovierung nötig hatte, war das der perfekte Anstoß. Wir schmissen die alten Möbel raus und strichen den Raum neu. Mit den neuen Tischen gibt es viel mehr Arbeitsfläche und es ist sogar ein zweiter Sitzplatz für Praktikanten entstanden.

Ich übernahm auch viele Führungen und Kindergeburtstage.

Im Zuge des Kita-Wettbewerbs der Uni Lübeck, wurde von uns ein Preis gestellt. Ein Kinder-Programm, welches ich führen sollte. Zusätzlich war ich auch in der Jury und schaute mir viele Modelle zum Thema „Mein Körper und ich“ an. Es war total toll, das Museum dort zu vertreten und den Preis bei der Siegerehrung zu übergeben.

 

Zudem verließ uns im Frühjahr eine Ausstellung und eine neue kam zu uns ins Museum. Es war eine Ausstellung über Bhutan. Auch hier hatte ich wieder viel zu tun. Wir mussten Präparate in Vitrinen einrichten und manche auch wieder zurechtzupfen. Die Kulturgegenstände mussten auch hergerichtet und für alle Objektbeschriftungen geschrieben werden. Ich bin mir nicht sicher, wie oft die Anordnung aller Gegenstände und Tafeln über den Haufen geworfen wurde. Teilweise war das viel Stress, aber es hat sich sehr gelohnt und es machte auch viel Spaß.

Und dann kamen auch schon die ersten Bewerbungsgespräche. Ich telefonierte viel mit den Bewerbern, organisierte die Termine und zeigte ihnen das Museum. Auch bei den Einzelgesprächen war ich dabei und machte mir Gedanken, wer nach mir hier ein Jahr verbringen könnte. Gut finde ich, dass ich hier aktiv mit entscheiden konnte, wer meine Nachfolgerin wird, und ich denke, wir haben uns richtig entschieden.

 

Das Segelseminar hat mir unfassbar viel Spaß gemacht. Toll finde ich, dass die Seminargruppen noch einmal gemischt wurden, so hatte man die Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen oder Leute vom ersten Seminar wieder zu sehen. Die Vorbereitung des Programms fiel mir relativ leicht, auch wenn ich viel zu viel vorbereitet hatte. Ich glaube als Vorbereitungsteam hatten wir von allen Seminaren am wenigsten zu tun, was vor allem damit zusammen hing, dass man nie genau wusste, ob wir Programm machen konnten. Auch war das Segeln an sich ja schon ein großer Programmpunkt.

 

Die letzten Monate flogen nur noch so dahin. Ich hatte Führungen und arbeitete an einigen Dingen,   wie auch an meinem ersten eigenen Programm. Ich hatte mir überlegt, Landart mit Kindern am Strand zu machen.

 

Dann war es auch schon soweit und das letzte Seminar stand an.

Sylt war für das Abschlussseminar genau der richtige Standort und es war einfach toll, alle einmal wieder zu sehen. Natürlich war man glücklich, bekannte Gesichter zu sehen, aber ich habe auf dem Abschlussseminar auch noch neue Leute kennengelernt. Besonders gefallen hat mir das vielseitige Programm und ich bin sogar froh, dass ich für meine Wattführung fast jeden Morgen um 6:30 aufstehen musste. Ich habe auf dem letzten Seminar noch das ein oder andere gelernt und hatte auf jeden Fall viel Spaß. Der Abschluss war seltsamerweise nicht so schlimm wie erwartet. Vielleicht, weil ich mit den meisten schon einen Termin für ein Wiedersehen verabredet habe. Ich freue mich jetzt schon, mich wieder mit den anderen zu treffen, denn an manchen FÖJlern habe ich wirklich gute Freunde gefunden.

 

Rückblickend war es ein Jahr, das ich auf keinen Fall bereue. Diese Erfahrungen, die ich mit dem FÖJ gemacht habe, auch wenn man sie teilweise nicht erklären kann, werden mir immer bleiben und haben mich sehr geprägt. Obwohl ich in meinem alten Freundeskreis in der Heimat jetzt das Öko-Klischee voll und ganz erfülle, bin ich froh. Jetzt weiß ich, dass ich Umweltwissenschaften studieren möchte, auch wenn meine jetzige Antwort auf die Frage, was ich später damit machen will, noch „Mich an einen Baum ketten“ ist. Es ist das, was mich interessiert und was mir Spaß macht. Ich habe neue Fähigkeiten durch meine Arbeit im Museum entdeckt. Und habe jetzt das Gefühl, alleine leben zu können und eigenständig zu sein, denn ich habe es geschafft, ein Jahr ohne Hilfe meiner Eltern zurechtzukommen. Auch finanziell hatte ich keinerlei Probleme.

Ich hoffe, dass ich weiterhin bewusster mit meiner Umwelt und meinem Konsum umgehe und dass ich alles Gelernte gut behalte. Ich fühle mich jetzt bereit, mein Studium zu beginnen und kann wirklich sagen, dass ein FÖJ das Beste war, was man nach dem Abschluss machen kann.

 

Danke für dieses unvergessliche Jahr!                                                                                                                            

                                                                                                                                                                                                          Anna-Lee Stöhr

 

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