Das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) im Museum
Was ist das FÖJ?
Das Freiwillige Ökologische Jahr ist ein Bildungsjahr. Es bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich durch praktische Arbeit im Natur- und Umweltschutz zu engagieren und zu orientieren. Bewerben kann sich jede(r), der die Vollzeitschulpflicht erfüllt und das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
Seit 1998 beschäftigt der Förderverein des Museums für Natur und Umwelt jedes Jahr eine(n) FÖJler(in).
Die FÖJler(innen) sind im Museum in folgenden Bereichen aktiv:
- Führungen für Schulklassen und Kindergartengruppen
- Kindergeburtstage
- wöchentliche Kinderkurse „Der Natur auf der Spur"
- Ferienprogramme
- Museumsnacht
- Internationaler Museumstag
- Pflege der Immengartens und der Immenwiese.
- Wer möchte, kann ein eigenes Projekt erarbeiten und durchführen.
Bei mehreren Seminaren treffen sich Aktive aus ganz Schleswig-Holstein zum Erfahrungsaustausch.
Bewerbung:
Interessierte Jugendliche bewerben sich bei der zentralen FÖJ-Betreuungsstelle für Schleswig-Holstein, Nordelbisches Jugenpfarramt, Plön.
Das FÖJ beginnt immer am 01. August. Bewerbungsschluss ist im Februar.
Alle Informationen gibt es unter www.oeko-jahr.de .
Mein FÖJ im Museum für Natur und Umwelt 2010/2011
Vorgewarnt wurde ich schon des Öfteren, aber dass die letzten Monate des FÖJ wirklich so schnell vorüber gehen würden – damit hatte ich nicht gerechnet.
Mit Schrecken muss ich feststellen, dass gar nicht mehr so viel Zeit vergeht bis zu meinem letzten Arbeitstag im Museum für Natur und Umwelt.
Eine meiner Aufgaben besteht darin, dass ich regelmäßig eigene Führungen und Kindergeburtstage im Museum durchführe. Dazu gehört nicht nur das Programm selbst, sondern ich brauche – vor allem, wenn ich etwas zum ersten Mal übernehme – etwas Zeit, um mich in das Thema einzulesen und das zugehörige Skript (den Leitfaden für die Führung) durchzugehen.
Vor meinen ersten Führungen war ich mindestens so aufgeregt wie vor Referaten in der Schule. Schließlich sollten die Kinder im Museum nicht nur etwas lernen, sondern auch jede Menge Spaß haben. Damit das klappt, habe ich mir die jeweiligen Führungen anfangs am liebsten mehrmals und von verschiedenen Pädagoginnen angeschaut und jede Station, jede Überleitung im Kopf vorformuliert.
Schon nach einigen Führungen wurde ich aber wesentlich spontaner, denn mit der Zeit hat sich in meinem Kopf ein gutes Repertoire an Wissen angesammelt.
Auf die Gruppen habe ich mich zuletzt richtig gefreut, denn es war jedes Mal wieder faszinierend mit anzuschauen, welche Neugierde in den Kindern geweckt werden kann und wie sich ihr Verhalten mit dem Alter verändert.
Eines meiner Lieblingsexponate im Museum ist das versteinerte Dinosaurierei im Erdgeschoss.
In diesem Zusammenhang habe ich das Skript zu dem museumspädagogischen Programm „Dino-Ei und große Knochen“ überarbeitet. Es handelt sich hierbei um ein zweistündiges Programm für Grundschulkinder, das im Rahmen der Reihe „Familiensonntag“ und als Kindergeburtstag angeboten wird.
Nachdem ich die Aktion einige Male durchgeführt hatte, wurde ich nicht nur zur „Dinoexpertin“, sondern veränderte auch das Programm, das von einer FÖJ-Vorgängerin erarbeitet worden war.
Neben der Museumspädagogik half ich auch einige Male bei Veranstaltungen des Fördervereins, z.B. in der Museumsnacht oder auf dem Internationalen Museumstag.
Solche Arbeitstage vergingen immer wie im Fluge, denn ich fand es super, Kindern entweder einen "Sprechenden Wal“ ins Gesicht zu schminken oder bei Bastelaktionen und Versuchen mitzuhelfen.
Ich kann nach meinem FÖJ wohl nicht behaupten, dass ich das Museum nun von oben bis unten kenne, denn es steckt viel mehr hinter den Ausstellungen, als ich vorher geahnt hatte.
Inzwischen bekam ich aber einen relativ großen Einblick in das Museum, wozu vor allem die Ausstellung „Lust auf Laube und Liebstöckel“ über Lübecks Kleingärten beitrug.
Da die Ausstellung eine Eigenproduktion des Museums ist, konnte ich große Teile der Entwicklung mitverfolgen: Vom Zusammenstellen der Inhalte über das Sammeln der Materialien bis hin zur eigentlichen Eröffnung im Februar. Spannend war es vor allem mit anzusehen, wie aus einem eher tristen Stockwerk in wenigen Wochen eine leuchtend grüne Ausstellung mit wunderschöner Frühlingsatmosphäre wurde.
Teilweise half ich selbst bei dieser "Verwandlung" mit und ich hatte immer viel Spaß daran, handwerklich zu arbeiten. Von unserem Grafiker und vom Hausmeister konnte ich eine Menge lernen und es stellte eine gute Abwechslung zur Schreibtischarbeit dar.
Im Zusammenhang mit der Kleingartenausstellung verteilte ich einige Male Flyer und Plakate in der Stadt. Da ich meinen Arbeitstag normalerweise nur im Museum – meistens im Bildarchiv, das gleichzeitig mein eigenes Büro ist - verbringe, war es eine nette Abwechselung an der frischen Luft.
Ein weiteres Projekt, an dessen Entwicklung ich mitgewirkt habe, ist die Einrichtung eines interaktiven Touchscreens im Museum. Thematisch gehört die Station in die Ausstellung „Im Reich des Wassermanns“ und ich trug in Absprache mit meiner Chefin Inhalte zusammen und gestaltete ein grobes Layout.
Für die Software arbeitet das Museum mit einem Institut der Lübecker Uni zusammen und ich konnte auch hier gut mitverfolgen, welche Vorbereitungen hinter einem einzigen Teil einer Ausstellung stecken. Inzwischen hängt der Touchscreen an der Wand und ich hoffe gespannt darauf, dass ich ihn demnächst auch mit den vorbereiteten Anwendungen „in Aktion“ erleben kann.
Einige Zeit verbrachte ich mit dem Durchsuchen oder Ordnen verschiedenster Sammlungen und Papiere. Ich erinnere mich z.B. an die Suche nach einem ganz bestimmten Dia in der scheinbar unendlich großen Diasammlung des Museums.
Außerdem wurden des Öfteren Pflanzen, Knochen oder Insekten von Besuchern zur Bestimmung abgegeben. Meine Aufgabe war es dann zu bestimmen, um was genau es sich handelte. So habe ich vor Kurzem einen ganzen Tag lang an einem Unterkieferknochen gerätselt und versucht, die Art zu bestimmen.
Die Bestimmungsaufgaben waren zwar oft sehr mühselig, aber machten dadurch Spaß, dass ich mich sehr intensiv mit einem speziellen Thema auseinandersetzen konnte.
Die Atmosphäre im Museum nahm ich als sehr positiv wahr, was wohl vor allem an den netten und hilfsbereiten Mitarbeitern liegt. Ich hatte immer das Gefühl, ernst genommen zu werden, und wurde in unterschiedliche Abläufe eingebunden, sodass ich einen guten Einblick in verschiedene Arbeitsbereiche bekommen konnte.
Positiv in Erinnerung werden mir außerdem Veranstaltungen wie die vielen Vorträge externer Referenten, das Walsymposium oder die Gehirnwoche bleiben.
Sie waren nicht nur thematisch sehr interessant, sondern ich konnte auch viele verschiedene Menschen kennen lernen und bei der Organisation mithelfen.
Neben der Arbeit in der Einsatzstelle gehören zum FÖJ auch fünf je 5-tägige Seminare zusammen mit den anderen FÖJlern aus Schleswig-Holstein.
Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir das unschlagbar gute Essen, denn es war stets vegetarisch und ist von uns FÖJlern selbst zubereitet worden.
Obwohl ich anfangs skeptisch war, fand ich es sehr lehrreich eines der Seminare in einer Kleingruppe selbst vorzubereiten.
Das letzte Seminar auf Sylt war für uns alle noch mal ein gelungener Abschluss: Fünf Tage direkt an der Nordsee zelten – bei Wind(!) und Wetter. Besser konnte man die Natur, glaube ich, nicht kennen lernen.
Anne F







